Dienstag, 7. Oktober 2008

Dylan Adorno Govinda Diskussion

Eine Frage ist, wie ich "von Bob Dylan über Adorno zur Lehre des Buddha" gekommen bin. Im Titel der Ausstellung werden ohne Kommasetzung und nur mir Zwischenraum alle drei Namen gleich behandelt. Das geschieht keineswegs zufällig, ist eine bewußte typografische, also gestalterische und sprachliche Entscheidung. Auch in der Montage der Ausstellungsteile selbst - an den Wänden und in den Vitrinen - werden die Kulturfelder Religion, Politik, Wissenschaft/Philosophie, Musik, Poesie und bildende Kunst gleich behandelt. Die Dokumente und Kunstwerke, Fotografien und Objekte, das Mobiliar und die Druckgrafik werden in ihrem gestalterischen und thematischen Gehalt aufeinander bezogen montiert, gebaut, gehängt oder gelegt. So entsteht ein vielfältiges und deutungsoffenes Feld, in dem auch neue Bezüge möglich werden.
Zeitlich war es so, daß ich ab Mitte der 1960er Jahre simultan Adorno gehört und gelesen, Lama Govinda studiert und Bob Dylan übersetzt und gehört habe. Es folgte also nicht eines auf das andere, schon garnicht in dem Sinne, daß ich mich von der Musik über die Philosophie zum Buddhismus bewegt hätte. Alles hat seine Stelle, seinen Klang, seine Reichweite, seine eigene Tiefe. Es gibt Überschneidungen, Grenzen und Konturen und in der Zeit von über 40 Jahren Studium von Dylan Adorno Govinda eine große Vertrautheit und auch ein immer wieder neues Befragen und Beschauen und Bestaunen.....das ich nun 12 Monate lang mit meinen Gästen teilen kann. Willkommen in Raum 1!

Donnerstag, 21. August 2008

Alte und neue Webseiten

Nach acht Jahren Pause sind die bisherigen Webseiten unter tgregenbogen.de wieder in der täglichen Aktualisierung und im Ausbau. Wer die alten Seiten besucht, z.B. die eygenart-verlag.de, kann zwischen den drei alten Seiten und der neuen tgregenbogen hin- und herblättern. So manches auf den alten Seiten ist noch von mehr als historischem Interesse. Nur die Adresse in Kriftel, Kantstraße 1, bitte nicht mehr benutzen! Da ist nicht mal mehr ein Briefkasten zu finden.

Mittwoch, 13. August 2008

Kontaktmöglichkeiten

Möglichkeiten für Interessentinnen und Interessenten, Kontakt aufzunehmen zu Thilo Götze Regenbogen, gibt es viele, aber nur wenige finden die interessierte Zustimmung des Forschers und Sammlers. Thilo Götze Regenbogen agiert auch im Internet offen und ohne Verwendung von Pseudonymen und er erwartet dies auch bei Anfragen, die ihm in schriftlicher Form am liebsten sind. Raum 1 Hofheim, Kurhausstrasse 2 Ateliergebäude, 65719 Hofheim am Taunus ist ohne Ausnahme nur nach Anmeldung für Besucher geöffnet: Fon/Fax/AB 0049-6192-43209. Postzuschriften, sofern es keine Päckchen oder Pakete sind, bitte am besten ans Postfach 1288, 65702 Hofheim am Taunus, Deutschland. Vormerkungen für Sitzungen, Termine für Interviews und Sonderwünsche per Mail an tgr@tgregenbogen.de bitte mindestens zwei Wochen im Voraus vereinbaren! Dann also auf ein "Willkommen in Raum 1."

Mittwoch, 23. Juli 2008

Sammlungsprofil und Nutzungsbedingungen

Sammlung Thilo Götze Regenbogen

EygenArt Verlag in Raum 1
Hofheim am Taunus, Juli 2008

Sammlungsprofil

Der Sammlungsaufbau begann 1965 in Bad Dürkheim und wurde fortgesetzt ab 1971 in Hochheim am Main. 1976 erweiterte sich die Sammlung in Hofheim und ab 1979 in Kriftel am Taunus, um schließlich im Jahre 2008 auf zwei Standorte in Hofheim und Kriftel verteilt zu sein (Wohnung und Raum 1 Forschungsinstitut für Gegenwartskunst).

Die Sammlung umfaßt Archive, Bibliotheken, Kunstwerke verschiedener Künstler und persönliche Gebrauchsgegenstände von Thilo Götze Regenbogen (TGR). Im Zusammenhang mit der künstlerischen, wissenschaftlichen und spirituellen Forschungs-, Publikations- und Ausstellungstätigkeit von TGR entstanden Korrespondenzen, Zeitschriften, Buchbeiträge und Bücher, wurden Kursunterlagen angefertigt, Zeitschriftenarchive und Bibliotheken aufgebaut. Für die enzyklopädische Lehrtätigkeit von TGR sowohl im staatlichen Rahmen als Lehrer für Kunst/Visuelle Kommunikation (1976-2002) wie in freier und selbstgestalteter Form ab 1971 wurden umfangreiche Sammlungen von Dokumenten, Plakaten, OHP-Folien und Dias angelegt. Die Themen sind auf fließenden Austausch zwischen institutioneller und freier Arbeit hin ausgestaltet und tragen auch die Spuren einer solcher Vorgehensweise. Hervorzuheben sind die jahrzehntelange Fokussierung auf ökologisch-künstlerische, emanzipatorische, interreligiöse und spirituell-künstlerische Aufgabenstellungen.

Die Bestände der Sammlung und die Archive sind aus den komplexen Fragestellungen lebenslanger Forschung und Praxis von TGR erwachsen und dienen vorrangig der Fortführung und Publikation dieser Arbeit in Ausstellungen, Zeitschriften-, Buch- und Internetpublikationen. Die Sammlung ist derzeit privat und damit nicht öffentlich.
Darüber hinaus stehen ihre Bestände mit gewissen Einschränkungen allen ernsthaft Suchenden und Forschenden zur Verfügung; vorrangig ForscherInnen, KuratorInnen und anderen SammlerInnen, aber auch für private Studien, sofern die jeweilige Situation dies ermöglicht. Es ergibt sich aus der Beschreibung des Bestandes, daß dieser keineswegs nur für KunsthistorikerInnen von Interesse ist, sondern eine breites Spektrum von ökologischen, sozialen und spirituellen und insbesondere auch buddhistischen Dokumenten, Kunstwerken, Schriften und Korrespondenzen aufweist. So ist z.B. ein wesentliches, sich über mehr als vier Jahrzehnte hindurchziehendes Interesse die Frage von TGR gewesen, welchen veränderten gesellschaftlichen Bedingungen eine westliche buddhistische Kunst heute ausgesetzt ist und sich auch aussetzen sollte.
Hierzu gehört auch die Dokumentation des Lebens- und Werkgangs von TGR, wozu alles Erhaltene an Korrespondenzen, Publikationen und künstlerischen Arbeiten archiviert ist bzw. der Archivierung in den nächsten Jahren zugeführt werden soll.

Da die Sammlung keinerlei Zuschüsse erhält und Beiträge erwirtschaften muß, die ihren Fortbestand und ihre Arbeit sichern helfen, werden im Regelfall Nutzungs- und Leihgebühren erhoben. Die dafür geltenden Regeln sind in den Nutzungsbedingungen der STGR beschrieben.

Archive

Archiv 68
Archiv der EygenArt Galerie
Archiv des EygenArt Verlags
Archiv Künstler
Archiv der Raum 1 Galerie
Archiv Sichtung 120
Dharma-Archiv (Buddhismus)
Documenta Archiv in Raum 1
Dokumente
Enzyklopädisches Archiv
Filmarchiv
Foto- und Dia-Archiv
Garuda- und Godestal-Archiv
Joseph Beuys Archiv in Raum 1
Korrespondenzen
Manuskripte
Modern Buddhist Art Network
Objekte
Plakatarchiv
Pressearchiv
Tonarchiv
Videoarchiv
Zeitungsarchiv
Zeitschriften in der 9YB

Bibliotheken

Neun Yanas Bibliothek (9YB) in Raum 1
Bibliothek Sichtung 120 (Kriftel)
Die enzyklopädische Bibliothek (Kriftel)
Die kunsthistorische Bibliothek (Kriftel und Hofheim)

Kunstwerke

Werke Thilo Götze Regenbogen
Werke anderer Künstler

Persönliche Gebrauchsgegenstände des Sammlers

Mobiliar der Lotos-Studios in Bad Dürkheim, Hochheim, Hofheim und Kriftel (1969-2002);
Mobiliar von Raum 1 Kriftel (1992-2003) und Hofheim (ab 2003);
Gebrauchsgegenstände der Ateliers von TGR seit 1965.

Erschließung

Suchmöglichkeiten bestehen gegenwärtig über Verzeichnisse und Findbücher, die hauptsächlich handschriftlich erstellt wurden. Das erste, um 1966 begonnene Verzeichnis ist das Werkverzeichnis TGR, das auch in maschinenschriftlicher Form erstellt wurde und von dem jüngere Teile ab 1998 schon digital vorliegen. In den Arbeitsjahren 2007-2008 wurden zusätzlich sechs handschriftliche Findbücher im Format A5 angelegt, die fortwährend ergänzt werden.


Nutzungsbedingungen und Gebühren

Die Gebühren für die Nutzung der Archive der STGR werden für jede Anfrage gesondert ermittelt. Sie sind abhängig von

· der Bewertung des jeweiligen Interesses durch den Sammler,
· der Art der Anfrage und worauf sie sich richtet,
· dem Umfang der durch die Bearbeitung der Anfrage entstehenden Aufwendungen in personeller, zeitlicher und materieller Hinsicht,
· den aktuellen und perspektivischen Arbeitsbedingungen des Archivs (der Sammlung Thilo Götze Regenbogen).

Thilo Götze Regenbogen


Sammlung Thilo Götze Regenbogen
c/o Raum 1 Forschungsinstitut für Gegenwartskunst
Postfach 1288, 65702 Hofheim am Taunus
Deutschland
Fon+Fax+AB 0049 (0) 6192 43209
Weblog: http://tgregenbogen.twoday.net/
Paketpost bitte nur an
Thilo Götze Regenbogen,
Rossertstraße 3, 65830 Kriftel am Taunus

Montag, 21. Juli 2008

Thilo Götze Regenbogen: Arbeiten über/erschienen

DIESE AUFSTELLUNG WURDE ERST IM JAHRE 2008 BEGONNEN UND WIRD RÜCKWIRKEND ERGÄNZT NACH ARCHIV UND MITTEILUNG, IST ALSO WORK IN PROGRESS. SIE UMFASST SOWOHL KÜNSTLERISCHE ORIGINALARBEITEN WIE MANUSKRIPTE UND NOTATE, TYPOSKRIPTE, DIGITALDRUCKE UND DRUCKGRAFIK, EDITIONEN UND BÜCHER, SOWIE ARCHIVALIEN ALLER ART.

1991: BAE Yong-kyun.
1993: Derek Jarman, Herbert Achternbusch.
1994: Derek Jarman, Bernardo Bertolucci, Clemens Kuby, S.H. der 17.Karmapa.
1995: Krzysztof Kieslowski, Juliette Binoche, Julie Delpy, Alexej von Jawlensky.
1996: Krzysztof Kieslowski, Irène Jacob.
1997: S.H. der Dalai Lama, Jean-Jacques Annaud, Heinrich Harrer, Peter Aufschnaiter, Richard Gere, Bai Ling,
Alexej von Jawlensky.
1998: Martin Scorsese, S.H. der Dalai Lama, Ehrw. Thich Nhat Hanh, Thomas Lüchinger.
1999: Gautama Buddha, Sogyal Rinpoche, Carl Gustav Carus, Joseph Beuys, Friedensreich Hundertwasser,
Dagyab Kyabgön Rinpoche, Herbert Krill.
2000: Dzongsar Khyentse Rinpoche, Doris Dörrie, Wim Wenders, Hermann Hesse, Alexej von Jawlensky.
2001: Gautama Buddha, John Cage.
2002: Hermann Hesse, Nam June Paik, KANG Ik-Joong.
2004: Sogyal Rinpoche, Alexej von Jawlensky.
2005: Karola Bloch, Ernst Bloch, Carlfriedrich Claus, Rolf Schwendter.
2006: Klaus Sobolewski.
2008: Friedel Schulz-Dehnhardt, Giuliano Pedretti, Bob Dylan, Lama Anagarika Govinda, Theodor W. Adorno,
Doris Dörrie, S.H. der Dalai Lama, Rick Ray, Kengo Kuma, Ernst Schäfer, GAO Xingjian, Takashi Murakami,
Brice Marden, Peter Doig, Michael von Brück, Rußland um 1900, Tucholsky.
2009: Gandhara, Bettina von Arnim, Christa 'Nico' Päffgen, E.W.Nay, Klemens Ludwig, Kenneth Bi, B. Alan Wallace, Giuliano Pedretti, TGR, Bettina von Arnim, Alexander von Humboldt, William Adams, Charles Darwin, Wolf Kahlen.

Sonntag, 20. Juli 2008

Quellen zu Gao Xingjian und Hui-neng

Hui-neng (638–713)
Der 6. chinesische Patriarch des Meditations-Buddhismus (chin. Ch’an, jap. Zen) seit dem indischen Gründer Bodhidharma. Auf ihn geht die Übertragung des Buddha-Dharma von Herz-Geist zu Herz-Geist zurück und er hat dieser Lehrrichtung des Zen zum ersten Mal eine eigene, chinesische Prägung gegeben. Sein berühmtes Sutra, (gesprochen) vom Hohen Sitz des Dharma-Schatzes wurde 1928-29 erstmals ins Englische übertragen von WONG Mou-lam (Shanghai 1930), erschien in A Buddhist Bible von Dwight Goddard (Thetford/Vermont, USA 1932) und 1949 in einer Übersetzung von Daisetz Teitaro Suzuki. Seit 1957 bzw. 1958 liegt es auch in deutscher Sprache vor. Mit Hui-neng und seinen Dharma-Nachfolgern begann das goldene Zeitalter des Ch’an in China, das während der T’ang- und Sung-Zeit zahlreiche überragende Meister hervorbrachte, deren rätselhafte Taten und Aussprüche (Kôan) bis heute Inspiration und Ansporn für Übende in aller Welt sind. Besonders die Darstellungen der Lehr-Szene Hui-neng zerreißt eine Sutra-Rolle, z.B. in dem Tuschebild von Liang-k’ai (12.Jh.), welche die ikonoklastische (text- und bildkritische) Grundhaltung dieser Zen-Schule zum Ausdruck bringt, haben moderne Westler beeindruckt: Robe und Schriften als Symbole der Tradition werden von Generation zu Generation weitergegeben, der Dharma (das Wesensverständnis der Lehre des Buddha) muß von Geist zu Geist übermittelt werden. Im Zeitraum der Moderne wurden weltweit zahlreiche Künstler und Schriftsteller vom Zen beeindruckt, so auch GAO Xingjian, der Hui-neng das erste Theaterstück (Snow in August, 2000) gewidmet hat. Über seinen Meister sagte Hui-neng: „Es gibt nichts, was mir der fünfte Patriarch übermittelt hätte. Es kam nur auf die Einsicht in das eigene Wesen an. Versenkung sowie Erlösung (und sonstige ‚buddhistische’ Fragen) wurden nicht erörtert, weil dies eine Betrachtung von Gegensätzen wäre und nicht der Buddha-Dharma. Der Buddha-Dharma ist die Lehre der Nicht-Zweiheit. Das Wesen der Nicht-Zweiheit ist in seiner Soheit Buddha-Wesen.“

Quellenhinweise zu Hui-neng
Hui-neng, Autobiographie eines Zen-Meisters, in: Entering the Stream, dt. Ein Mann namens Buddha, hrsg. v. Samuel Bercholz und Sherab Chödzin, Bern/München/Wien: O.W.Barth Verlag 1994, S.229-243.Hui-neng, Das Sutra des Sechsten Patriarchen: Das Leben und die Zen-Lehre des chinesischen Meisters Hui-neng (638-713) mit Erläuterungen von Soko Morinaga Roshi. Aus dem Chinesischen und dem Japanischen übersetzt von Ursula Jarand, München/Bern u.a.: O. W. Barth bei Scherz, 1989.Der 6. Patriarch kommt nach Manhattan. Sokei-an’s Kommentar zum Plattform Sutra des chinesischen Zen-Meisters Hui-neng von Shigetsu Sokei-an, Berlin: Theseus Verlag 1988.Daisetz Teitaro Suzuki, Die Zen-Lehre vom Nicht-Bewußtsein: Die Bedeutung des Sutra von Hui-neng, München: Otto Wilhelm Barth-Verlag 1957.Wei-lang, Das Sutra des Sechsten Patriarchen, übers. u. hrsg. v. Raoul von Muralt, Mahayana-Buddhismus Bd.3, Zürich: Origo Verlag 1958.

Zitat Hui-neng
„Die allerhöchste Erleuchtung bedeutet, mit einem Mal und unmittelbar den ursprünglichen Geist zu erkennen - zu erkennen, daß das eigene Wesen ursprünglich ohne Geburt und Tod ist, und es bedeutet, immer und überall mit jedem Gedanken zu erkennen, daß die Zehntausend Dinge nicht stillstehen. Es bedeutet zu wissen, daß eine Wahrheit die ganze Wahrheit ist, daß jedes Ding von Natur aus die ganze Wahrheit verkörpert, daß der Geist in seiner Soheit die Wahrheit ist. Auf diese Weise zu erkennen, ist das eigene Wesen der allerhöchsten Erleuchtung.“

Vita GAO Xingjian
1940 geboren in Ganzhou, Provinz Jiangxi Sheng, China.1951 – 1957 Besuch des Gymnasiums in Nanjing, Provinz Jiangsu Sheng, China. Sein Wunsch, Malerei zu studieren, wird von der Mutter zurückgewiesen.1957 – 1962 Fremdsprachenstudium in Peking, Provinz Beijing, China (Diplom).1962 – 1970 Übersetzer für Fremdsprachen in Peking.1970 – 1975 Während der Kulturrevolution (1966-1976) wird er gezwungen, als Bauer auf dem Land zu arbeiten. Seine bisherigen literarischen Ergebnisse muß er verbrennen. Er schreibt heimlich weiter.1975 Nach der Rückkehr nach Peking Wiederaufnahme der Tätigkeit als Übersetzer.1979 Beginn der Möglichkeit, seine Essays, Novellen und Erzählungen in Literaturzeitschriften Chinas zu veröffentlichen.1981 Sein Erster Essay über die Kunst des modernen Romans provoziert in China eine umfassende Debatte über "Modernismus und Realismus". Sein Theaterstück Alarmsignal markiert den Beginn des experimentellen Theaters in China, wird jedoch Gegenstand einer großen polemisch geführten Diskussion.1983 Sein Theaterstück Die Busstation wird von den chinesischen Machthabern verboten und Gao Xingjian wird Ziel massiver Attacken während der politischen Bewegung "Gegen die geistige Umweltverschmutzung".1983 – 1984 Er verläßt Peking und unternimmt mehrere lange Reisen in das Yang-Tse-Kiang-Becken.1985 Sein Theaterstück Der wilde Mann wird Gegenstand einer weiteren polemisch geführten Debatte. Auf Einladung des Deutschen Akademischen Austauschdiensts (DAAD) und des französischen Auswärtigen Amts hält er sich acht Monate in Europa auf. Seine erste Ausstellung im Berliner Künstlerhaus Bethanien wird ein Erfolg.1986 Die Proben zu seinem neuen Stück Das andere Ufer werden in Peking unterbunden. Über ihn wird ein generelles Aufführungsverbot seiner Stücke verhängt.1987 Auf Einladung des Morat Instituts für Kunst und Kunstwissenschaft, Freiburg, und des französischen Ministeriums für Kultur und Kommunikation, Paris, verläßt er China und lebt in Paris. Hier setzt er die Arbeit an seinem 1982 in China begonnenen Roman Der Berg der Seele fort und beginnt auch wieder zu malen.1989 Nach den Ereignissen auf dem Platz vor dem Tor des himmlischen Friedens (Tian´anmen) in Peking beendet er den Roman Der Berg der Seele. Er schreibt das Theaterstück Die Flucht, das ein Verbot aller seiner Werke in China nach sich zieht. Er erhält in Frankreich daraufhin den Status eines politischen Flüchtlings und läßt sich endgültig in Paris nieder.1990 –1991 Sein Roman Der Berg der Seele wird 1990 in Taiwan und 1991 in Schweden publiziert.1992 Das Kungliga Dramatiska Teatern von Stockholm führt sein Stück Die Flucht auf. In Frankreich wird er zum Chevalier de l’Ordre des Arts et des Lettres ernannt.1994 Sein Theaterstück Der Schlafwandler erhält in Belgien den Prix de la communauté française.1995 Sein Roman Der Berg der Seele erfährt nach der Übersetzung durch Noël et Liliane Dutrait einen überragenden Erfolg.1997 Er erhält die französische Staatsbürgerschaft. Für seinen Roman Der Berg der Seele erhält er den Prix du Nouvel An chinois.1998 Sein Roman Das Buch eines einsamen Menschen wird in Taiwan veröffentlicht.2000 Er erhält den Literaturnobelpreis sowie den italienischen Premio Letterario. Vom französischen Präsidenten wird er zum Chevalier de l’Ordre de la Légion d’Honneur nominiert.2001 An der Universität Sun Yat-sen, Taiwan, sowie an der Université de Provence Aix- Marseille, Frankreich, wird er jeweils zum Doctor Honoris Causa ernannt. Die Universität von Hong-Kong, China, erkennt ihm den Ehrengrad des Doktors der Literatur zu.2002 Er wird Mitglied des Comité de lecture de la Comédie Française. Die American Academy of Achievement übergibt ihm The Golden Plate Award.2003 Er wird zum Mitglied der Académie universelle des Cultures in Frankreich gewählt.2006 Die New York Public Library verleiht ihm den Preis Library Lions.

Einzelausstellungen (Auswahl) GAO Xingjian
1985 Théâtre d’art du peuple de Pékin, ChineBerliner Künstlerhaus Bethanien, Berlin, AllemagneAlte Schmiede, Vienne, Autriche1987 Département de la Culture, Lille, France1988 Office municipal des Beaux-Arts et de la Culture, Wattrelos, France1989 Östasiatiska Museet, Stockholm, Suède1990 Centre culturel de Lumière de Chine, Marseille, France1991 Espace d’art contemporain Confluence, Rambouillet, France1992 Centre culturel de l’Asie, Marseille, France1993 Maison de la Culture de Bourges, FranceGalerie Hexagon, Aachen, Allemagne1994 Teatr Polski, Poznan, Pologne1995 Taipei Fine Arts Museum, Taiwan1996 Palais de Justice, LuxembourgAlisan Fine Arts, Hong Kong1997 The Gallery Schimmel Center of the Arts, New York, États-Unis1998 Galerie La Tour des Cardinaux, l’Isle-sur-la-Sorgue, France1999 Le Printemps du Livre, Cassis, France2000 Asia-Art Center, TaipeiFrank Pages Art Galerie, Baden-Baden, AllemagneMorat Institut für Kunst und Kunstwissenschaft, Freiburg, Allemagne2001 Palais des Papes, Avignon, FranceNational History Museum, Taipei, Taiwan2002 Museo Nacional, Centro de Arte Reina Sofia, Madrid, Espagne2003 Musée des Beaux-Arts de Mons, BelgiqueMusée des Tapisseries, Aix-en-Provence, France2004 Centre de Cultura Contemporànea de Barcelona, Espagne 2005 Singapore Art Museum, SingapourFrank Pages Art Galerie, Baden-Baden, Allemagne2006 Institut Français, Berlin, Allemagne Musée des Beaux-Arts de Berne, Suisse2007 Ludwig Museum, Koblenz, Deutschland

Quellenhinweise (Auswahl) zu GAO Xingjian
Gao Xingjian, Die Busstation, Lyrische Komödie, Berlin: Henschel Verlag 2000. Gao Xingjian, Nächtliche Wanderung: Reflektionen über das Theater, Neckar-gemünd: Edition Mnemosyne, Reihe 'GegenSatz', Bd.3, 2000.Gao Xingjian, Tuschmalerei 1983-1993, Morat-Institut für Kunst und Kunstwis-senschaft, Freiburg im Breisgau: modo Verlag 2000.Gao Xingjian, Auf dem Meer, Erzählungen, Frankfurt am Main: S.Fischer 2000. Gao Xingjian, Der Berg der Seele, Roman, Frankfurt am Main: S.Fischer 2001. Gao Xingjian, Snow in August, Hong Kong: The Chinese University Press 2003. Gao Xingjian, Das Buch eines einsamen Menschen, Roman, Frankfurt am Main: S.Fischer 2004. Gao Xingjian: La Fin du Monde, Katalog anläßlich der Ausstellung im Ludwig Museum Koblenz, hrsg. v. Beate Reifenscheid, Bielefeld: Kerber Verlag 2007.

GAO Xingjian
Unter dem Titel eines monumentalen neuen Bildzyklus « LA FIN DU MONDE » eröffnete am 28. März 2007 im Ludwig-Museum Koblenz die erste Museumsausstellung des international renommierten chinesischen Künstlers und Literaturnobelpreisträgers GAO Xingjian (bis 27. 05. 2007). Der seit zwanzig Jahren in Paris lebende Maler und Schriftsteller (Jg. 1940) wird im überregional durch herausragende Einzelpräsentationen und thematische Ausstellungen bekannt gewordenen Haus auf zwei Ebenen mit mehr als 100 Werken aus den Jahren 1986 bis 2006 vorgestellt – ein sensationeller Einblick in das bei uns nur selten zu sehende Schaffen eines der bedeutendsten Exilchinesen, im deutschsprachigen Raum durch seinen großen autobiografischen Roman Der Berg der Seele bekannt geworden, geschrieben in Peking und Paris 1982-1989, bei Fischer seit 2001 in deutscher Übersetzung vorliegend. 1999 schloß er seinen zweiten Roman Das Buch eines einsamen Menschen ab, der seit drei Jahren ebenfalls im Fischer Verlag vorliegt. In originär chinesischem Verständnis bilden dabei literarisches und künstlerisches Schaffen korrespondierende Arbeitsfelder ohne jedes rivalisierende Gebahren. Im Jahre 2000 wurde Gao Xingjian mit dem Literatur-Nobelpreis ausgezeichnet „für ein Werk von universaler Gültigkeit, bitterer Einsicht und sprachlichem Sinnreichtum, das chinesischer Romankunst und Dramatik neue Wege eröffnet hat.“ Er wird aber nicht nur international als Literat, Theatermacher und Filmer gefeiert, sondern er ist auch als ein hervorragender, sensibler Maler anerkannt, der mit durchaus traditionellen chinesischen Mitteln (sog. Reispapier und Tusche), abstrakte Bilder formuliert, die im weitesten Sinne an Landschaften, innere Welten und kosmische Vorgänge erinnern. Mit nur wenigen Akzenten vermag es Gao, die Tusche zu „modellieren“. Der im Ludwig-Museum Koblenz Titel gebende Zyklus La Fin du monde aus dem Jahr 2006 - zum Teil monumentale Tuschebilder (etwa in den Maßen 240 x 350 cm), die entgegen GAOs Gewohnheit mit den traditionellen Malmitteln Reispapier und Tusche zu arbeiten, nun sämtlich auf Leinwand ausgeführt sind – wird auch im schönen Katalog vorgestellt, mit Beiträgen von Gao Xingjian und Museumsdirektorin Dr. Beate Reifenscheid, erschienen im Kerber Verlag, Bielefeld (ca. 152 S., ca. 110 Farbabb.).

Sichtung 120

Das Forschungsfeld Sichtung 120 in Raum 1 umfaßt mittlerweile etwa 150 Wissenschaftler, Künstler, Schriftsteller und Praktizierende spiritueller Traditionen beiderlei Geschlechts, die von herausragender Bedeutung für die Weisheitsüberlieferung in Kunst und Kultur der Moderne und der Gegenwart sind. Sie werden hier vorgestellt, in Raum 1 dokumentiert, in der Neun Yanas Bibliothek gesammelt und in die Akzentausstellungen in Raum 1 einbezogen.

GAO Xingjian

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GAO Xingjian und Thilo Götze Regenbogen im Gespräch vor dem Werk La Fin du Monde (2006, 240x350 cm, Öl auf Leinwand), Ludwig Museum im Deutschherrenhaus, Koblenz am Rhein, 28.3.2007. Foto: Beate Reifenscheid.

Thilo Götze Regenbogen, Interview GAO Xingjian 28.3.2007

TGR: Maître GAO, ich freue mich sehr, daß wir uns wiedersehen. In Frankfurt hatten wir ja schon eine Begegnung zusammen mit Helmut (Forster-Latsch, Übersetzer des GAO-Romans „Der Berg der Seele“, Frankfurt 2001) während der Buchmesse 2006. Die Fragen, die ich heute mitgebracht habe anläßlich Ihrer Ausstellung im Ludwig Museum Koblenz, sind so offen formuliert, daß ich hoffe, Sie werden eine Antwort finden, ohne sich eingeengt zu fühlen durch ein Korsett von Begriffen.

GAO: Einverstanden.

TGR: Religiös gebundene Menschen stellen sich im Umgang mit der Kunst manchmal vor, man könne den Kunstwerken Glaubenssätze oder religiöse Überzeugungen ablesen. Was antworten Sie einem Menschen, der solches von Ihnen und Ihren Bildern erwartet?

GAO: Meine Werke haben diesen Geist, diesen Geist des Zen („l’esprit Zen“), sind davon sehr geprägt. Es gibt tatsächlich diesen religiösen Gehalt in meiner Arbeit. Ich habe ein Stück geschrieben und dann mit meinem Freund, einem Komponisten, in Szene gesetzt, eine große Oper über den sechsten Patriarchen des Ch’an, Hui-neng, die genau auf diesen Wurzeln basiert. Für mich ist der sechste Patriarch nicht nur ein religiöser Führer, sondern auch ein Philosoph. Er hat eine bestimmte Art des Denkens und des Fühlens gezeigt und initiiert. Das bedeutet, er enthüllt das Bewußtsein des Menschen selbst einschließlich seines eigenen, um die Welt zu beobachten.

TGR: Das scheint mir doch zentral auch für Ihre eigene Arbeit im künstlerischen Bereich zu sein. Diese Sicht ist sehr verschieden von der gängigen westlichen Herangehensweise von außen. Ist das so?

GAO: Ja, mit diesem Bewußtsein. Es ist nicht einfach der Blick, es ist nicht nur die Vision, es ist das Bewußtsein, das diesen Blick erhellt.

TGR: Es handelt sich also nicht z.B. um ein psychoanalytisches Verfahren?

GAO: Keineswegs. Diese Vision ist nicht einfach eine Repräsentation der Wirklichkeit.

TGR: Praktizieren Sie selbst irgendeine Art formeller Meditation oder sind das Schreiben oder der Akt des Malens Ihnen Meditation genug?

GAO: Das Schreiben oder Malen, meine Arbeit selbst ist für mich eine einzige Meditation. Auf eine formelle andere Weise praktiziere ich nicht. Dabei spielt die Musik eine große Rolle, beim Malen höre ich zumeist Musik.

TGR: Ist das ein Geheimnis oder würden Sie uns verraten, welche Art von Musik Sie meim Malen inspiriert?

GAO: Ich wähle vorher ein bestimmtes Stück aus, das ich immer und immer wieder anhöre während der Arbeit. Es ist kein Geheimnis: Ich bevorzuge z.B. Barock und Klassik, Bach, Vivaldi – sehr europäisch, keine Chinesen – aber auch japanische Gegenwartskomponisten wie Takemitsu und einen ausgezeichneten koreanischen Komponisten der Gegenwart. Auch sehr moderne Komponisten wie z.B. Steve Reich oder Alfred Schnittke.

TGR: Hat das Werk des buddhistischen Mönchsmalers Pa-ta-schan-jen (Chu Ta, 1624-1705) für Sie selbst heute noch Bedeutung?

GAO: Er ist für mich sehr wichtig auch als jemand, der das Malen mit der chinesischen Tusche nochmals neu entwickelt, weitergeführt, neu erfunden und neue Wege erschlossen hat.

TGR: Meinen Sie mehr seine technische Entwicklung oder auch die spirituelle Bedeutung seiner Haltung?

GAO: Normalerweise ist die chinesische Landschaft in der Tuschmalerei sehr codiert. Man muß sie in der Ikonographie lesen können, um sie zu verstehen. Pa-ta-schan-jen war jemand, der sehr frei von diesen Codes war.

TGR: Wären Sie damit einverstanden, wenn man Ihre Malerei als eine neue Form von „Zen-Kunst“ klassifizieren würde?

GAO: Ich habe nichts dagegen.

TGR: Auf mich wirkt Ihre Kunst universell, also keineswegs nur für Zen-Adepten lesbar oder in einer kleinen Ecke von Paris oder nur in Deutschland oder Österreich verständlich.

GAO: Ja, das stimmt. Ich möchte allerdings die chinesischen Spuren, die „Chinoiserie“ in meiner Behandlung der Themen beseitigen.

TGR: Sie gelten als Erfinder des „Zen-Theaters“. Leider ist es mir bisher nicht geglückt, etwas von Ihren Theaterarbeiten und Dramaturgien zu sehen. Ich weiß auch nicht, ob es in Deutschland bisher eine Aufführung davon gegeben hat. Ich möchte Sie bitten, die Grundlinien Ihres Verständnissen von „Zen-Theater“ zu skizzieren.

GAO: Es handelt sich zunächst einmal um eine Kritik am Theater.

TGR: Am europäischen oder am chinesischen Theater?

GAO: Ein Freund von mir, der in London lebende Professor Zhao Yiheng, hat diese Formulierung „Zen-Theater“ erfunden und mich in einem Buch zum Begründer desselben erklärt. Ich bin nicht dagegen, aber es ist nicht nur das. Es gibt keinen GAO-Stil .
Im Grunde ist das Theater ja nach dem Zweiten Weltkrieg nochmals neu erfunden worden, wobei ich mich auf das westliche Theater beziehe. Es sind andere Formen erprobt worden, wie z.B. bei Samuel Beckett. Das ist alles im 20. Jh. geleistet worden und ich möchte das Theater im 21. Jh. nochmals neu bestimmen, aber ich möchte dies aus der Position des Dramaturgen tun, der einen dramatischen Stoff umsetzen will.
Auf Deutsch ist davon noch fast nichts übersetzt, in Englisch gibt es einiges, viel schon im Französischen. Gerade war ich in Spanien, es sind dort fünf Stücke in Übersetzung und im kommenden Jahr (2008) wird es in Barcelona mehrere Produktionen geben.

TGR: Könnten Sie bitte an einem möglichst konkreten Beispiel verdeutlichen, was Ihr Theater der Zukunft kennzeichnet?

GAO: Die Intrige wird verschwinden. Man wird über die Besetzung sprechen müssen. Die Rollen der Handelnden werden nicht mehr festgelegt sein.

TGR: Greifen Sie damit nicht direkt das Identitäts-Konzept an?

GAO: Das überkommene Konzept ist ja, daß eine Person „Ich“ sagt, dieses „Ich“ sagt „Du“ oder sagt „Er“ oder sagt „Sie“. Das ist für mich nur ein Blickwinkel. Davon möchte ich mich gänzlich lösen, das möchte ich aufheben.

TGR: Wie meinen Sie das?

GAO: Es gibt in einem Stück „Le Quêteur de la Mort“ (2003) z.B. nur zwei Redner, Sprecher 1 und Sprecher 2, keine individuellen Personen. Das ist die Dualität, Zwiefältigkeit eigentlich einer Person.

TGR: Das berührt sich mit meinem Verständnis Ihrer Romanfiguren bzw. Ihrer Weise von Autorenschaft.

GAO: Ganz richtig. Sie sprechen immer das „Du“, nicht das „Ich“.

TGR: Es ist unbedingt notwendig, daß dieses Theater auch in die deutschsprachigen Länder kommt!

GAO: Ein anderes Stück zeigt vier Personen, die jeweils die drei anderen Personen in sich vereinen und spiegeln können. Das ist aber ein falscher Dialog, kein richtiger Dialog. Sie nehmen immer die Perspektive der anderen ein.

TGR: Das ist nicht nur Zen, sondern schon französische Linguistik. Es ist auch eine Dynamik des Mahayana, sich zu identifizieren mit dem Anderen, aus seiner/ihrer Sicht sehen und sprechen zu lernen. Wichtig zu sagen, daß dies nicht nur ein intellektuelles Spiel ist.

GAO: Ja, es ist auch sehr, sehr psychisch, seelisch.

TGR: Was meinen Sie mit dem „Ende der Welt“ (Ausstellungs-und Werktitel): Das Ende der Welt von uns allen, das persönliche Ende (z.B. mit dem eigenen Tod) oder eine Grenze, die man überschreiten oder nicht überschreiten kann?

GAO: Das ist eine grundlegende Frage. Das „Ende der Welt“ assoziieren fast alle mit dem Tod, mit dem Ende und dem Tod. Es ist für mich aber nicht nur das, es gibt heute ein Realität, die uns bedrückt, die materiellen, keineswegs nur psychischen Probleme. Da ist die Klimaerwärmung, die Luftverschmutzung, die Vogelgrippe, Rinderwahnsinn - die Menschen schaffen ihre Übel selber. Was kann man machen? Die Situation wird immer schwieriger und schlimmer und es gibt eine große Angst, die dadurch entsteht. Auch für mich persönlich. Hier geht es also nicht nur um den Tod eines Individuums, sondern das sind wir alle, um die es hier geht.

TGR: Maître GAO, wir danken Ihnen herzlich für dieses Gespräch.

Das Interview mit GAO Xingjian fand am 28.3.2007 im Ludwig Museum Koblenz statt, wo am gleichen Abend die Ausstellung „GAO Xingjian – La Fin du Monde“ eröffnet wurde (28.3.-27.5.2007). Die Fragen stellte Thilo Götze Regenbogen. Für das Zustandekommen des Interviews, sowie für ihre freundliche und engagierte Übersetzungshilfe aus dem Französischen und zurück danken wir der Direktorin des Ludwig Museum Koblenz, Frau Dr. Beate Reifenscheid.

Kurzbesuche, Kunstsitzungen, Seminare

Raum 1 und die aktuelle Ausstellung kann in Form eines Kurzbesuchs, für die Dauer einer Kunstsitzung mit thematischem Schwerpunkt oder einer bestimmten Fragestellung und als ein- oder mehrtägiges Seminar gebucht werden. Näheres zu den schon stattgefundenen Veranstaltungen siehe Menüpunkt Studienprogramm.
Je konkreter die Besucherwünsche sind und je eher sie vorher mitgeteilt werden, desto größer ist der zu erwartende Erfolg. Wenn von der halbstündigen Kunstsitzung 10 Minuten schon darauf verwendet werden müssen, die Vorkenntnisse und Erwartungen der Gruppe herauszufinden, bleiben nur noch 20 Minuten für die Bearbeitung der Fragestellung. Da das Angebot sichtbares Material, also Kunstobjekte, Mobiliar, Fotografien und Dokumente umfaßt, ist es wenig erfreulich, abstrakte Fragestellungen zu bearbeiten, so als wäre garkeine Ausstellung, als wären keine konkreten Belege vorhanden. Der Kurator hat ein Jahr Arbeit darauf verwandt, die Exponate auszuwählen und zu arrangieren und freut sich auf interessierte BesucherInnnen, die diese auch tatsächlich anschauen wollen, die also wahrnehmen wollen, bevor sie diskutieren und die sich in der Diskussion auf die Exponate beziehen wollen. Dylan, Adorno, Lama Govinda: das ist eine komplexe Mischung, die ein Interesse an Ergründung und Vertiefung erfordert, um sich tatsächlich in ihrer ganzen Vielfalt zu erschließen.

Dienstag, 27. Mai 2008

Einladung, Seminarideen anzufragen

Vom 19.-25.5.2008 fanden die erste Studienwoche und das 7.Frühlingsretreat von Raum 1 statt, diesmal mit Bezug zum aktuellen Raum 1 Akzent 68.69 Dylan Adorno Govinda. Thematische Schwerpunkte des Trainingsseminars waren die Sanskrit-Leitbegriffe Lotos, Maitrî (liebende Güte) und Maitreya (der Buddha der Zukunft). Siehe dazu im Menüteil Studienprogramm! Darüber hinaus bietet die Ausstellung selbst eine Fülle weiterer Anknüpfungspunkte, die in den nächsten Studienwochen und Retreats wieder aufgegriffen und weitergeführt werden sollen und natürlich können auch andere Gruppen von Interessentinnen und Interessenten Seminare zu eigenen Themenschwerpunkten und Fragestellungen anfragen, z.B.: Buddhismus und Politik, Meditation und Gesellschaft, Tibet 1968 und heute, Buddhismus und Gegenwartskunst, Zum Kunstbegriff des Lotos-Studio 1968-1969, Zur Publikationstätigkeit des Lotos-Studio um 1969, Lotos-Studio und APO 1969.

Das erste Seminar zur Ausstellung hat stattgefunden.

Vom 19.-25.5.2008 fanden die erste Studienwoche und das 7.Frühlingsretreat von Raum 1 statt, diesmal mit Bezug zum aktuellen Raum 1 Akzent 68.69 Dylan Adorno Govinda. Thematische Schwerpunkte des Trainingsseminars waren die Sanskrit-Leitbegriffe Lotos, Maitrî (liebende Güte) und Maitreya (der Buddha der Zukunft). Insbesondere das Lotos-Symbol spielt im ersten Teil der Ausstellung eine große Rolle, da 1969 das Lotos-Studio (1969-1992) in Bad Dürkheim an der Weinstraße von TGR gegründet worden ist und auch sein künstlerisches Werk der ersten buddhistischen Werkphase häufig dieses Symbol in vielfältiger Verwendung aufweist. Der Buddha Maitreya ist Zentralgestalt des buddhistischen Ordens Arya Maitreya Mandala, der von Tomo Geshe Rinpoche und Lama Anagarika Govinda gegründet worden ist und dessen Freundeskreis TGR ab 1969 angehört hat. Die Meditationen über liebende Güte schließlich bildeten den Kern des Trainingsteils am Retreatsonntag. Die Lehren zum Maitrî-Sutra als Teil des buddhistischen Geistestrainings, das in Raum 1 angeboten und in vier Studienwochen und Retreats jährlich konkretisiert wird, werden in diesem Jahr einen Hauptbezugspunkt auch für die Rezeption der aktuellen Ausstellung durch die Meditationsschüler von TGR bilden.
Darüber hinaus bietet die Ausstellung selbst eine Fülle weiterer Anknüpfungspunkte, die in den nächsten Studienwochen und Retreats wieder aufgegriffen und weitergeführt werden sollen und natürlich können auch andere Gruppen von Interessentinnen und Interessenten Seminare zu eigenen Themenschwerpunkten und Fragestellungen anfragen.

Sonntag, 11. Mai 2008

Der Vierte Raum 1 Akzent ist eröffnet

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Foto: Eckhard Schreiber

Am 3. Mai wurde im Kreise engagierter Fördermitglieder und Gäste von Raum 1 der vierte Akzent eröffnet mit dem Titel 68.69 Dylan Adorno Govinda. Angeregt durch viele interessierte Nachfragen erläuterte Thilo Götze Regenbogen über zwei Stunden seine mit über 100 Exponaten umfangreiche Montage an Wänden und in Vitrinen von Raum 1. Diese Arbeit wird für Mitglieder und Gäste von Raum 1 gemacht und ist für diese auf Verabredung geöffnet. Es gibt die Möglichkeit eines einfachen freien Besuches mit Betrachtung, der Kunstsitzung für 1-5 Personen mit ausführlichen Erläuterungen zu pauschal € 20/30 Min. und das Seminar für besonders interessierte Kleingruppen mit speziell zu vereinbarenden Konditionen.
Es sei weiterhin auch auf die parallel laufende Ausstellung Die 68er im Historischen Museum Frankfurt hingewiesen, die von TGR mit 36 Exponaten beschickt wurde (siehe Link).

Freitag, 9. Mai 2008

Magazin 10 bald vergriffen!

Erfreulicherweise ist schon wenige Tage nach Eröffnung der Ausstellung in Raum 1 und Erscheinen der Ausgabe 10 die numerierte Erstausgabe nahezu vergriffen! Wer also ernsthaft Interesse an einem Exemplar hat, sollte nicht zögern und per Mail reservieren oder einen Besuch vereinbaren, um bei dieser Gelegenheit sein Exemplar abzuholen.

Sonntag, 13. April 2008

Thilo Götze Regenbogen Werke in Sammlungen

DIESE AUFSTELLUNG WURDE ERST IM JAHRE 2002 BEGONNEN UND WIRD RÜCKWIRKEND ERGÄNZT NACH ARCHIV UND MITTEILUNG, IST ALSO WORK IN PROGRESS. SIE UMFASST SOWOHL ORIGINALARBEITEN ALLER ART, WIE DRUCKGRAFIK, EDITIONEN UND BÜCHER, SOWIE ARCHIVALIEN, DIE AN ANDERE INSTITUTE UND EINZELPERSONEN ABGEGEBEN WURDEN ODER DIE VON DIESEN SELBSTÄNDIG GESAMMELT WERDEN.

+++ Sammlung Nachlaß Ben Aalbers, Den Haag NL
+++ Archiv Grünes Gedächnis in der Heinrich Böll Stiftung, Berlin D
+++ Sammlung Lore Banis, Dortmund D
+++ Sammlung Ute und Michael Berger, Wiesbaden D
+++ Sammlung B Rosskothen, Wiesbaden und Mainz D
+++ Ernst Bloch Archiv der Stadt Ludwigshafen am Rhein D
+++ Sammlung Gertraud Brunner-Deissler, Osterwarngau D
+++ Sammlung U We Claus, St.Tönis-Vorst D
+++ Sammlung Otfried H. Culmann, Billigheim D
+++ Sammlung und Archiv Ko de Jonge, Middelburg NL
+++ Die Deutsche Nationalbibliothek, Frankfurt am Main D
+++ eco-Archiv im AROEK, Hofgeismar D, mittlerweile aufgegangen in:
+++ Archive der Friedrich Ebert Stiftung, Bonn D
+++ Sammlung Nachlaß Hildegard Erbelding, Waldmohr D
+++ Sammlung Dr. Susann Fiedler, Kriftel am Taunus D
+++ Stiftung Folkwang Museum, Essen D
+++ Sammlung Fred Gadient, Zürich CH
+++ Geißler-Archiv in der Pfälzischen Landesbibliothek, Speyer D
+++ Sammlung Prof. Helmut Göring, Dansenberg D
+++ Sammlung Walter Graser, Ulmet D
+++ Stadtbibliothek und Stadtarchiv Hofheim am Taunus D
+++ Haus der Kunst und Hundertwasser-Archiv, Wien AU
+++ Hermann Hesse Archiv Volker Michels, Frankfurt/Offenbach D
+++ Hermann Hesse Museum, Calw D
+++ Sammlung Hiegemann, Wiesbaden D
+++ Hochschulbibliothek, Hochschule für Film und Fernsehen „Konrad Wolf“, Potsdam-Babelsberg D
+++ Sammlung Stefan Klingels, Kriftel am Taunus D
+++ Kulturarchiv Oberengadin, Samedan CH
+++ Kunstsammlung der Gemeinde Kriftel am Taunus D
+++ Stiftung Wilhelm Lehmbruck Museum, Duisburg D
+++ Monte Verità Archiv Freudenstein mit Gusto Gräser Archiv, D
+++ Museum für Gestaltung, Zürich CH
+++ Sammlung Alfred Pawlin, Bangkok THAILAND
+++ Sammlung Nachlaß Giuliano Pedretti, Celerina CH
+++ Sammlung Wilhelm A. Rink Nachf., Wiesbaden D
+++ Sammlung Heide Roaten, Bremen D
+++ Sammlung Carina Schaefer, Paris F
+++ Sammlung Reinhild Schreiber, Kriftel am Taunus und Frankfurt am Main D
+++ Sammlung Nachlaß Friedel Schulz-Dehnhardt, Hofheim D
+++ Sammlung Horst Schwab, Kusel D
+++ Sammlung Schwemann, Mainz D
+++ Sammlung Klaus Staeck, Heidelberg D
+++ Sammlung Inge und Friedrich Weschmitt, Kusel D
+++ Universität Wien, Fakultätsbibliothek für Evangelische Theologie, Wien AU
+++ Yale University Library, USA

STAND 9..7.2013

Samstag, 12. April 2008

Raum 1 Magazin 10 jetzt lieferbar

Soeben erschienen!

Raum 1 Magazin
Ausgabe 10

Numerierte Erstausgabe in 20 Exemplaren.
Herausgegeben und gestaltet von Thilo Götze Regenbogen
im EygenArt Verlag Hofheim am Taunus, Mai 2008

Themenheft 1/Katalog zu
Vierter Raum 1 Akzent
68.69 Dylan Adorno Govinda

Eine autobiografische Montage
von Thilo Götze Regenbogen
in zwei Teilen
Mai 2008 bis April 2009

Inhaltsverzeichnis
Eingangs
Abkürzungen
Orte und Bereiche der Ausstellung
Archivsignatur, Titel, Kurzcharakteristik von bisher über 100 erfaßten Exponaten der Ausstellung!
Chronologie zum gesamten Feld 1960-1979
Liste lieferbarer Arbeiten
Impressum mit Numerierung von Hand
Dokumente 1

21,5 x 30 cm, weißer Kartonumschlag, rote Banderole mit Titelaufdruck, 40 Seiten Innenteil schwarzweiß mit dem umfangreichen farbigen Veranstaltungskalender zur Ausstellung
Die 68er – Kurzer Sommer, lange Wirkung im Historischen Museum Frankfurt und einem Aufkleber des Berliner Kongresses 1968 (Mai 2008).

Bezug
Das Raum 1 Magazin ist
für Raum 1 Fördermitglieder im Jahresbeitrag (120 €/Jahr) enthalten.
Für einfache Mitglieder (60 €/Jahr) kostet das Heft 12 €.
Für alle anderen gilt der Ladenpreis von € 18, bei Versand in Deutschland portofrei.
Bestellungen gegen Vorkasse an den
EygenArt Verlag in Raum 1
Postfach 1288
65702 Hofheim am Taunus.

Von den Ausgaben 1-9 des Raum 1 Magazins sind z.T. noch einige Exemplare lieferbar. Sie sind nicht numeriert, aber bisher nie in mehr als 40 Stück aufgelegt worden.

Bei schriftlichen Bestellungen bitte Vorausrechnung abwarten, da das Heft gerade vergriffen sein kann. Die Nachauflage erfolgt ohne Numerierung.

Stand: 12.4.2008

EygenArt Verlag in Raum 1

Donnerstag, 3. April 2008

Ausgabe 10 des Raum 1 Magazins erscheint im Mai

Zur Eröffnung des Vierten Raum 1 Akzents im Mai erscheint die 10. Ausgabe des Raum 1 Magazins.
Die numerierte Erstausgabe umfaßt 40 Seiten Innenteil, ist kartoniert und mit einer farbigen Banderole versehen, herausgegeben und gestaltet von Thilo Götze Regenbogen im EygenArt Verlag. Das Heft begleitet wie die nächsten zwei geplanten Ausgaben im Oktober 2008 und Mai 2009 die Ausstellung 68.69 Dylan Adorno Govinda im Raum 1 Forschungsinstitut für Gegenwartskunst in Hofheim am Taunus, Eine autobiografische Montage von Thilo Götze Regenbogen in zwei Teilen.
Inhaltsverzeichnis
Eingangs mit einer Einführung in den Grundgedanken der Ausstellung.
Abkürzungen ist eine vollständige Liste der im Archiv verwendeten Siglen und Abkürzungen.
Orte und Bereiche der Ausstellung zeigt auf, daß das Projekt z.B. auch hier stattfindet.
Archivsignatur, Titel, Kurzcharakteristik ist eine Liste der Exponate beider Teile der Ausstellung mit Stand Anfang April 2008 (Redaktionsschluß).
Chronologie zum gesamten Feld bringt den Zeithintergrund mit Dylan, Adorno und Lama Govinda von 1960 bis zum Tode von Rudi Dutschke am 24.12.1979.
Liste lieferbarer Arbeiten gibt Hinweise, welche Ausgaben der Exponate noch lieferbar sind.
Impressum mit den dazu notwendigen Angaben.
Dokumente 1 bringt sechs Seiten Flugblätter aus der Zeit um 1968.
Das Heft wird wie immer in der Ausstellung, beim Verlag und über den Buchhandel erhältlich sein.

Sonntag, 30. März 2008

Der Vierte Raum 1 Akzent im Aufbau

Der Vierte Raum 1 Akzent im Aufbau
68.69 Dylan Adorno Govinda


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Der Sammler bei der Archivarbeit Foto: Reinhild Schreiber © EygenArt Verlag 2008


Nachdem im vergangenen Jahr die Retrospektive "20 Jahre EygenArt Verlag" in Raum 1 zu sehen war, ist für den Mai 2008 wieder ein umfangreicher Akzent in Vorbereitung. Diese Form der Präsentation zeigt in zwei speziell entworfenen Sammlungsvitrinen und an ausgewählten Wandflächen einen thematischen Schwerpunkt der Sammlung Thilo Götze Regenbogen (STGR), wie er im Forschungsinstitut Raum 1 erarbeitet worden ist. Zur Erinnerung: ab 23.1.2004 zeigte der Erste Raum 1 Akzent "Runderneuerung" den Werkzusammenhang der Performance gleichen Namens von TGR aus dem Jahre 1994 auf. Der Zweite Raum 1 Akzent KB100CC75EB120DL70 verdeutlichte ab 3.9.2005 zum 100. Geburtstag von Karola Bloch, zum 75. von Carlfriedrich Claus, zum 120. von Ernst Bloch und zum 70. Geburtstag des 14. Dalai Lama Freundschaften, innere Zusammenhänge und Werkbeziehungen in diesem Personenfeld. Der Dritte Raum 1 Akzent Joseph Beuys und der 14. Dalai Lama von Tibet konzentrierte sich ab 29.1.2006 auf das historische Treffen der beiden im Jahre 1982 in Bonn und war mit Leihgaben aus der Sammlung U We Claus und durch Forschungsarbeit im Joseph Beuys Archiv in Schloß Moyland unterstützt.

Der Vierte Raum 1 Akzent: “68.69 Dylan Adorno Govinda. Eine autobiografische Montage von Thilo Götze Regenbogen“ wird ab 3.5.2008 wieder ein Personenfeld beleuchten, wobei der Lebenszusammenhang von TGR zwischen 1965 und 1977 den Schwerpunkt bilden wird, an dem sich die Auswahl der Kunstwerke, Fotografien, Dokumente und Objekte ausrichtet.
Originalmobiliar aus dem von TGR 1969 gegründeten Lotos-Studio in Bad Dürkheim und Leihgaben aus zwei Privatsammlungen ergänzen die wegen des Umfangs in zwei Teilen präsentierte Ausstellung, die wieder im Atelier-zusammenhang von Raum 1 Hofheim auch Bezüge deutlich werden läßt zu den dortigen Archiven (z.B. Archiv 68) und Werkzusammenhängen. Schon seit längerer Zeit war es der Wunsch des Sammlers TGR, einmal seine Zeit um 1968 in den Mittelpunkt einer Ausstellung zu rücken und damit sein eigenes Forschungs- und Erlebnisfeld und sein besonderes Verständnis dieser spannenden Jahre zu verdeutlichen, in denen sehr viel simultan geschehen ist, das sich weder durch eine gesellschaftspolitische, noch durch eine musikspezifische oder popkulturgeschichtliche Brille vollständig erkennen läßt. Doch dazu mehr im Fortgang des Ausstellungsaufbaus und dann während der zwölf Monate mit dem "Vierten Raum 1 Akzent" in Hofheim am Taunus in diesem Weblog der Sammlung!

Eine glückliche Fügung um den „Jubiläumszeitraum 40 Jahre `68“ ist außerdem, daß die beiden KuratorInnen Beate Schappach und Dr. Andreas Schwab (Bern), welche die Ausstellung „Die 68er. Kurzer Sommer – lange Wirkung“ (Historisches Museum Frankfurt) vorbereiten, die Einladung nach Raum 1 angenommen haben und für ihr eigenes Projekt im Bestand des Archiv 68 auch fündig geworden sind. So ergibt sich nun der erfreuliche Umstand, daß das Thema 68 eine Brücke bildet zwischen Frankfurt und Hofheim und an beiden Orten der Region Ausstellungen dazu besucht werden können. Dabei schafft das Frankfurter Projekt eher den öffentlichen, europaweit wirksamen Rahmen und der Hofheimer Beitrag bildet einen besonderen Akzent aus, der in privaten Räumen stattfindet.

"68.69 Dylan Adorno Govinda. Eine autobiografische Montage von Thilo Götze Regenbogen" zeigt in zwei Teilen mit gerahmten Werken, mit Original-Mobiliar und Dokumenten künstlerische und buddhistische, politische und philosophische Aspekte aus dem Zeitraum 1965-1977, wie sie Thilo Götze Regenbogen (TGR) erlebt bzw. mitgestaltet hat. Werke des Dichters, Zeichners und Musikers Bob Dylan werden dabei zusammengebracht mit denen des Philosophen und Musikers Theodor W. Adorno und des deutschen buddhistischen Gelehrten, Malers und Dichters Lama Anagarika Govinda, die alle drei in unterschiedlicher Weise von großem Einfluß gewesen sind auf TGR, der diese Wirkungen mit eigenen Werken aus dem gleichen Zeitraum verdeutlicht. Räumlich wird ein Bogen geschlagen zwischen der Vorderpfalz (Lotos-Studio Bad Dürkheim ab 1969), dem Rheingau (Lotos-Studio Hochheim ab 1971) und Frankfurt am Main, also auch zwischen Provinz und Metropole. Die Ausstellung läuft in zwei Teilen zusammen über 12 Monate:

Teil 1: 3.5.08-30.9.08, Eröffnung Teil 1: 3.5.08, 15-18 Uhr. U.A.w.g.!
Umbauphase bis zum Beginn von
Teil 2: 25.10.08-30.4.09., Eröffnung Teil 2: 25.10.08, 15-18 Uhr. U.A.w.g.!

Wegen des geringen Platzes und des privaten Charakters von Raum 1 ist die Ausstellung nur nach Vereinbarung zugänglich: Fon/Fax/AB: 0049-6192-43209 oder per Mail an TGR1vlg@aol.com. Darüber hinaus können Sitzungen (30 Min.) mit Thilo Götze Regenbogen gebucht werden für 1-5 Personen zu einem Pauschalhonorar von EUR 20.
Thilo Götze Regenbogen (Jg. 1949) ist 68er Buddhist, Künstler, Kunsthistoriker und Kurator. 1969 gründete er das Lotos-Studio für Buddhismus und Gegenwartskunst und 1992 das Raum 1 Forschungsinstitut, in dem sich heute seine Sammlung und das Archiv 68 befinden. Zahlreiche Vorträge, Kurse, Ausstellungen und Veröffentlichungen. 2002 erschien "Dialektik des Mitgefühls: Buddhismus und Film", 2004 folgte "Der verschollene Diskurs: Buddhismus und Kunst". Er unterstützt die Frankfurter Ausstellung 'Die 68er. Kurzer Sommer - lange Wirkung' mit zahlreichen Leihgaben.

Raum 1 Hofheim, Kurhausstrasse 2 Ateliergebäude, 65719 Hofheim am Taunus. Fon/Fax/AB 0049-6192-43209. Vormerkungen für Sitzungen, Termine für Interviews und Sonderwünsche per Mail an TGR1vlg@aol.com bitte mindestens zwei Wochen im Voraus vereinbaren!

68.69 Dylan Adorno Govinda. Eine autobiografische Montage von Thilo Götze Regenbogen
Publikationen in Vorbereitung: Im Mai erscheint die 10. Ausgabe des Raum 1 Magazins im EygenArt Verlag, für Oktober ist Ausgabe 11 vorgesehen. Für Ende November ist der Raum 1 Kalender für das Jahr 2009 in Vorbereitung.

Samstag, 29. März 2008

Eingangs

Guten Tag,
die Sammlung Thilo Götze Regenbogen (STGR) umfaßt das Joseph Beuys Archiv in Raum 1, das Filmarchiv, das Archiv 68, die Archive zu Modern Buddhist Art und Modern Buddhist Art Network u.a., die Neun Yanas Bibliothek, die Bibliothek Sichtung 120 u.a., Korrespondenz und Objektsammlungen dazu, Werke von Thilo Götze Regenbogen und anderen Künstlern der ehemaligen EygenArt Galerie, das Archiv des EygenArt Verlages u.a.m. In Korrespondenz mit den TeilnehmerInnen dieses Weblogs hoffe ich durch Antwort auf Fragen die Erschließung der Archive und Sammlungen an konkreten aktuellen Bedürfnissen zu orientieren. Parallel gebe ich Hinweise auf aktuelle Veröffentlichungen und Präsentationen, lade zu Besuchen ein und kommentiere auch die Arbeit anderer zu verwandten Themen und Aufgabenstellungen. Willkommen!
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